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1. August 2016

Kies als Gestaltungswunder im Garten- und Landschaftsbau

Kies Gartengestaltung 1

Kies und Schotter sind im Gartenbau nichts Neues: In der Gartengeschichte stößt man immer wieder auf chinesische und japanische Vorbilder, die diese Materialien schon lange in ihre Gartenkonzepte integrieren. Doch auch in unserer modernen Gartenarchitektur sind Kies- oder Schotterflächen inzwischen zum beliebten Stilmittel geworden.

Vorteile von Kies im Garten

Kies findet vor allem

  • bei der Gestaltung von Wegen
  • als Alternativmaterial zur Beetgestaltung
  • beim Kreieren gemütlicher Sitzplätze

Verwendung. Manchmal wünschen unsere Kundinnen oder Kunden auch, dass wir den ganzen Vorgarten oder Stadtgarten mit Kies statt mit Rasen gestalten. Denn das Material bringt einige Vorteile mit: Zum einen eignet es sich gut für wenig sonnengeschützte Areale, da eine Kiesschicht vor dem Austrocknen schützt. Gerade in kleinen Gärten – die nicht vom Schatten großer Bäume profitieren – sind Kieselsteine deshalb eine gute Wahl.

Gleichzeitig ist Kies aber auch versickerungsaktiv und garantiert einen guten Ablauf des Regenwassers– gerade in Zeiten des Klimawandels, zunehmender Stürme und starker Regenfälle ein großer Pluspunkt. Zudem ist es für das Unkraut schwieriger, sich im Kiese zu verwurzeln. Generell lässt sich also sagen, dass Kieselemente im Garten sehr pflegeleicht sind und Ihnen die Gartenarbeit erleichtern. Zudem gibt es Kies in vielen verschiedenen Ausführungen:

Marmorkies

Der Klassiker unter den Kiesarten. Er hat eine sehr helle Farbe, ist beinahe weiß. Dadurch passt er sehr gut zu komplementären Farbtönen, wie rot oder schwarz. Er eignet sich für Beetabdeckungen oder ein Kiesbeet.

Quarzkies bzw. -splitt

Auch der Quarzkies kommt im Garten recht häufig zum Einsatz. Er ist dunkler als der Marmorkies, beige bis braun. Es gibt ihn auch sehr fein, zwischen 6 und 8 mm.

Basaltsplitt

Dieser dunkelgraue bis schwarze Stein hat eine feinkörnige Grundmasse. Seltene Einsprenglinge machen ihn zum idealen Deckmaterial für Gartenwege oder (Sitz-)Plätze.

Rheinkies

Wie der Name schon sagt kommt dieser Kies aus dem Rhein-Main-Gebiet. Er ist oft recht günstig  zu bekommen. Seine variable Körnung von 2 bis 150 mm ist sowohl ideal für Kiesrandstreifen, Dachbegrünungen, als auch zur Verschönerung und Deko.

Schotter

Schotter ist im Grunde grobkörniger Splitt, also gebrochenes Gestein der Korngröße 32 bis 63 mm.

Ziersplitt

Der Ziersplitt oder Zierkies wird aus den verschiedensten Gesteinen produziert. Sie erhalten ihn in ganz unterschiedlichen Farben. Bestens geeignet ist er als Deckmaterial für einen Gartenweg, für dekorative Pflaster oder Gartenflächen des Kiesgartens.

Kieswege bieten variable Gestaltungsmöglichkeiten

Gartenwege mit Kiesbelag haben den Vorteil, dass sie sehr natürlich aussehen und sich schön in die Umgebung einpassen. Dazu kommen aber auch praktische Aspekte: Splitt oder Kieselsteine sind vergleichsweise günstig und einfach zu verlegen. Wichtig ist beim Bau lediglich, dass Sie eine 10-15 cm starke Tragschicht aus Mineralgemisch aufbringen. So verhindern Sie, dass sich der Gartenboden mit dem Oberflächenmaterial vermischt. Um ein Einwachsen von Unkräutern zu verhindern, kann ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies zwischen der Tragschicht verlegt werden.

Generell eignet sich Splitt für den Wegebau im Garten besser als größere Kieselsteine, welche sich beim Auftreten leicht verkanten. Je feinkörniger der Kies ist, desto besser gibt der Belag unter Ihren Schritten nach. Geschüttete Wege punkten durch variable Gestaltungsmöglichkeiten: Sie machen kurvige, gebogene Wegeführung möglich und lassen Sie jede Wegbreite leicht umsetzen.

Kiesbeete sind leicht zu pflegen

Gartengestaltung mit Kies 2

Egal ob englischer Garten oder Japangarten: Kiesbeete sind durch die helle, „aufgeräumte“ Optik in jedem Garten ein Hingucker – egal wie groß dieser ist. Gerade in der modernen Gartengestaltung kommen sie vermehrt zum Einsatz, denn sie geben dem Gartenbauer quasi unbegrenzte Möglichkeiten:

  • Anlegen auf mehreren Ebenen
  • Unterschiedliche Aufschichtung
  • Ergänzung durch andere Materialien
  • Einsatz verschiedener Kieselstein-Farben
  • Legen von Mustern

sind nur einige der Variationen, die mit Kies möglich sind.

Nebenher brauchen die Steinbeete kaum Pflege: Entfernen Sie regelmäßig Laub, Zweige oder Blüten – dafür können Sie auch einen Laubbläser nutzen. Nur wenn die Beete im Schatten liegen und kaum Sonne bekommen, setzten sie mit der Zeit Moos an. Dann kommen Sie nicht darum herum, die Kiesel ab und zu zu sieben.

Pflanzen für den Kiesgarten

Besonders harmonisch wirkt eine Bepflanzung der Kiesbeete mit Präriestauden und Gräsern – aber generell eignen sich alle Steingarten-Pflanzen gut. Kombinieren Sie zum Beispiel

  • den sonnengelben Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma)
  • die strahlend weiße Schafgarbe (Achillea millefoloium ‚Lachsschönheit’)
  • Rote Fackellilien (Kniphofia x praecox)
  • aufsehenerregendes Büschelgras (Stipa tenuissima)

miteinander. Diese Pflanzen machen Ihren Kiesgarten bunt und sorgen im Herbst für eine warme Stimmung.  Wenn Ihnen farbenprächtige Akzente auch im Frühling wichtig sind, setzen Sie diese mit Zwiebelpflanzen wie Kaiserkrone, Zierlauch oder Tulpen.

Für Kiesbeete eignen sich auch robuste Sträucher wie

  • Gelbe Fadenzypresse (Chamaecyparis pisifera ‚Filifera Sungold‘)
  • Frühlingskirsche (Prunus ‚Accolade‘)
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus ‚Zabeliana‘),

trockenheitsliebende Großsträucher wie

  • Eschenahorn (Acer negundo ‚Flamingo‘)
  • Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)
  • Raketen-Wacholder (Juniperus scopulorum ‚Skyrocket‘)

oder Gräser wie

  • Amerikanisches Dünengras (Ammophila breviligulata)
  • Chinaschilf (Miscanthus sinensis)
  • Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides)

Die Pflanzenauswahl sollten Sie immer optimal aufeinander abstimmen und individuell an Haus und Garten anpassen. Wenn Sie weitere Fragen dazu haben oder wissen möchten, ob sich eine konkrete Pflanze mit den Steinen wohlfühlt, können Sie uns jederzeit kontaktieren.

Sitzplätze, Plätze und Rondelle mit Kies

Ganz wie für die Wegegestaltung, eignen sich Kies, Splitt und Schotter auch gut als Bodenbelag für Sitzplätze und Rondelle in Ihrem Garten. Sie sind der perfekte Untergrund für Gartenmöbel – aber auch Parkplätze und Einfahrten lassen sich mit diesem Material belegen. Achten Sie dann nur darauf, dass die Steinchen der Kiesfläche nicht in angrenzende Areale rutschen. Um Ihre Beete und Ihren Rasen zu schützen, planen Sie am besten von Anfang an solide Umrandungen – zum Beispiel Randsteine aus Naturstein – ein.  Ansonsten gelten die gleichen Bedingungen wie für Wege: Denken Sie an das Unkrautvlies und verwenden Sie Steine kleiner Körnungen.